Der Sender kulturmd und Kulturakteure – eine alte neue Liebe?

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      Bernd Schallenberg
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      Es mag beim ersten Lesen wie ein Werbeblock für kulturmd erscheinen. Aber vielleicht ist es notwendig, noch einmal das Projekt kulturmd zu beleuchten, um zu zeigen, welches Potential vorhanden ist. Die Darstellung ist auch deshalb so ausführlich, weil kulturmd als möglicher Partner für die Verknüpfung zu einer Künstlerdatenbank erwähnt wurde.
      Es soll auch zur Diskussion anregen.

      Das Projekt

      Kulturmd existiert inzwischen 19 Jahre
      Als Internetplattform begonnen, zwischen 2006 und 2009 von einem kulturmd-Lesemagazin begleitet
      Ziel: InternetTV und Print zusammen bringen, Inhalte crossmedial vernetzen.
      Seit 10 Jahren gibt es kulturmd als Fernsehen im Kabelnetz.

      Nachfolgend einige Fragen, die wir uns schon länger stellen:

      Wie können wir generell Akteure, speziell Kulturakteure, für uns gewinnen?
      Wie können wir uns nachhaltig mit allen vernetzen?
      Wie können wir vermitteln, dass kulturmd kein reines Internetmedium mehr ist, sondern inzwischen ein Reichweiten starker Lokalsender?
      Wie können wir die Akzeptanz des Senders erhöhen?
      Wie gewinnen wir nachhaltig Sponsoren?
      Wie können wir darstellen, dass es für das Lokalfernsehen auch Journalisten benötigt?
      Warum ist all das bisher nicht ausreichend gelungen?

      Basis des Senders kulturmd

      Reichweite
      ca. 120.000 angeschlossene Kabel-Haushalte in und um Magdeburg
      Satellitenausstrahlung über das Lokal-TV-Portal Deutschland der MSA Zuschauer-Radius ca. 100 km um MD
      Internetseite mit Verknüpfung zu Focus online ca. 500.000 Besucher im Jahr
      social media, youtube, Facebook, Twitter etc.

      kulturmd als Lokalfernsehen
      kulturmd ist ein Medien-Unternehmen. Unternehmen machen Geschäfte mit der Absicht Gewinn zu erzielen.

      Unsere Aufgabe: Infotainment. Dem Zuschauer die Themen gut verständlich und unterhaltsam zu liefern. In der TV-Lizenz der Medienanstalt Sachsen-Anhalt steht die Anforderung:
      Das Stadtgeschehen so vielfältig wie möglich darzustellen.

      Fragen, die wir uns täglich stellen:
      Wie interessant ist das Thema für uns als Journalisten?
      Ist es eine Nachricht?
      Lässt sich daraus ein große Geschichte machen?
      Können wir eine nachhaltige (langlebige) Geschichte erzählen?
      Wie interessant ist das Thema für den Zuschauer?

      Und: Lässt sich das finanzieren?

      Wir brauchen Unterhaltungsformate, Filmbeiträge, die lange Gültigkeit haben. Wir wollen die Filme bei Gelegenheit aus dem Archiv holen, wenn es das Thema verlangt.

      Kulturschaffende brauchen Öffentlichkeit. Wir wollen über Kulturschaffende berichten. Aber wir wollen nicht einfach nur Veranstaltungen ankündigen bzw. ablichten. Und Kulturschaffende sehen bisher kaum eine sinnvolle Möglichkeit mit kulturmd zureden, wenn wir keine Veranstaltungen transportieren.

      „Investitionen“ für Künstlerhonorare und „kulturellen Content“
      Da würde sich kulturmd als Plattform anbieten. Das folgende Modell könnte ein Ansatz sein.

      Es geht um das Sichtbarmachen von Kulturakteuren. (Anliegen seit der Gründung von kulturmd)

      Gegenseitiges Geben und Nehmen

      Bsp. aus dem Heft (kulturmd-Lesemagazin 2006-09). Die Kugelblitze liefern uns eine Kolumne, von kulturmd wird der Text abgedruckt und ein Film gemacht (hier Satireblitz mit Lars Johannsen) Dafür erhalten die Kugelblitze eine Anzeige im Heft.
      Kulturschaffende konnten so ihr Angebot platzieren.

      Die Idee
      Wir produzieren ein Stück Theater, Kabarett, ein Stück Musik etc. als Film für den Sender, entwickeln damit ein eigenes Programmformat. kulturmd wird zur Bühne der Kulturschaffenden.

      z.B. Es wird ein kurzes Interview geben: Über Lieblingsbücher, Lieblingsorte der Stadt, Lieblings-Musik etc. (kleine Portraits). Das ist der redaktionelle Teil von kulturmd.
      ca. 5min Länge insgesamt.

      Die Gegenleistung wäre hier dann die eigene Produktionszeit der Kulturakteure.

      Am Ende des Film kann man in einer Tafel aktuelle Veranstaltungen einblenden. Die Tafel lässt sich problemlos austauschen, während der Film längere Zeit aktuell bleibt.

      Von Künstlern könnte man als Gegenleistung ein wertgleiches Kunstwerk erhalten. Damit könnten eine private Kunstsammlung entstehen.

      Auf Basis einer breiten Förderung durch die Stadt könnten so auch wiederkehrende Honorare für die Akteure, kulturmd inklusive, ausgeschüttet werden.
      Der Sender kulturmd würde dann u.U.wie eine Booking-Agentur funktionieren. Jeder Künstler, der im Sender einen Auftritt bekommt, kann so ein Honorar in Rechnung stellen. kulturmd wird dann ebenfalls eine Aufwandsentschädigung / einen Produktionskostenzuschuß erhalten.

      Das Modell könnte ähnlich funktionieren wie vom Büro Kulturhauptstadt vorgelebt wurde. Ein Etat, der weites gehend nicht an Förderrichtlinien geknüpft ist.

      Die Auswahl der Künstler könnte über einen Wettbewerb erfolgen und die Vergabe durch eine Jury, die mindestens aus der Redaktion von kulturmd besteht.

      Vorteile für Kulturschaffende:
      – hohe Präsenz im Fernsehen, im Internet und social media etc.
      – dadurch u.U. auch mehr Besucher bei den eigenen Veranstaltungen, erhöhter Bekanntheitsgrad
      – Vernetzung der einzelnen Akteure

      Vorteile für kulturmd:
      – stärkere Bindung an die Kulturschaffenden und umgekehrt
      – höherer Unterhaltungswert des Senders, weil abwechslungsreicher
      – damit größere Chance, Sponsoren zu gewinnen

      Vorteile für den Zuschauer:
      – höherer Unterhaltungswert des Senders, weil abwechslungsreicher
      – und damit stärkere Identität mit der Stadt und den Kulturschaffenden
      – stärkere Identität mit dem Sender
      – Stärkere und unabhängigere Meinungsbildung

      Der letzte Punkt basiert auf Zuschauerreaktionen, die wir auf der Straße, im Supermarkt, in der Post direkt erhalten.

      Vorteile für die Kulturhauptstadt
      – das kulturelle Treiben erreicht die Bürger. Die Bürger nehmen mehr Kultur wahr. Diese
      identifizieren sich deutlicher mit ihrer Stadt weil sie hier zufriedener leben.
      – bessere Außenwerbung für die Stadt
      – verbessertes Stadtimage
      – Aufwertung der Stadtverwaltung
      – Transparenz
      – Medienvielfalt und Meinungsvielfalt

      Kulturlotse und Kulturbüro
      vergleichbar mit dem Familieninformationsbüro (FiB) hinterm Alex
      Ein Bürgerbüro für Kulturleute und Publikum, direkt in der City
      Direkte Buchungsmöglichkeit der Künstler durch Veranstalter

      Anträge stellen. Förderberatung, im weitesten Sinne Rechtsberatung etc.
      Steuerfragen, Künstlersozialkasse
      Kulturschaffende könnten Angebote auf einer Kleinkunstbühne vorstellen.
      Programm max 30 min Länge an verschiedenen Wochentagen zu normalen Geschäftszeiten.

      Kleinkunstbühne als Werbefläche, auf der man sein Angebot vorstellen kann, kleine Galerie.
      Laufpublikum garantiert.

      Der Kulturlotse muss auch über Zugang zur Künstlerdatenbank verfügen.

      Der Kulturlotse könnte auch als Kontakter zu den Medien fungieren.

      Straßenkünstler
      Ein-Tages-Gewerbeschein für Straßenkünstler.
      Bsp. München: Die Künstler bewerben sich zu Tagesbeginn mit einer kleinen Performance im Büro vom Gewerbeamt. Musiker müssen mindestens drei Stücke spielen. Dann erhalten sie den Schein und bekommen einen Ort zugeteilt.
      Könnte eine Aufgabe eines neuen Kulturbüros in der City sein.

      Kleinkunstbühnen
      Wir brauchen mehr Kleinkunstbühnen in der Stadt. Diese sollten auch für kleines Geld zu haben sein.

      Kultur-Datenbank und Internet-Portal

      Ein Internet-Portal mit Veranstaltungshinweisen könnte verknüpft werden. Zu prüfen ist eine Kooperation mit bestehenden Portalen (kulturmd.de oder dates-md.de)

      Eine Verknüpfung zwischen Datenbank und kulturmd sowie dates-md.de ist sinnvoll.
      Eigentlich müssten alle Veranstaltungsportale der Stadt mit dieser Datenbank verknüpft werden.

      Für uns würde dies eine Verknüpfung unserer redaktionellen Themen und der Daten zu den Künstlern bedeuten.
      Auf der einen Seite hat man die Kontaktdaten des Künstlers oder der Künstlerin, auf der anderen würde dann auch aktive Pressearbeit z.B. durch kulturmd erfolgen. D.h. jeder Akteur hat dann auch entsprechend Presseresonanz. Das erhöht die Chance auf weitere Aufträge.

      Von kulturmd aus ist bereits jetzt der Veranstaltungskalender der Stadt verlinkt.

      Allerdings: Es gibt bereits den kulturserver Sachsen-Anhalt, der aber irgendwie nicht genutzt wird.
      Die Stadtbibliothek hat eine Liste mit Musikschaffenden aus Magdeburg

      Entwicklung eines gemeinsamen Kulturmarketings

      Aus meiner Sicht müsste dieses mit dem Imagemarkting der Stadt einher gehen.

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