Handlungsempfehlungen und Maßnahmen

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      Axel Schneider
      Keymaster

      Kulturstrategie 2030 der Landeshauptstadt Magdeburg
      Diskussionspapier: Handlungsempfehlungen und Maßnahmen

      Stand Januar 2020

      4.1 Stärkung der Akteure
      • Beratung und Fortbildung
      Für kulturelle Akteure, vor allem in der „Freien Kulturszene“ sollen Beratung, Qualifizierung und Fortbildungen angeboten werden. Ebenso könnten jährliche Konferenzen zum Erfahrungsaustausch mit guter Praxis initiiert werden. Verbesserungen bei der Fachförderrichtlinie sollten in regelmäßigen Abständen mit Praktiker*innen beraten und ausgewertet werden. Es wird geprüft, inwieweit eine kulturelle Rechtsberatung angeboten werden kann.

      • Räume und Freiräume
      Wichtig ist es, neue Räume für die Kultur – dauerhaft und temporär – zu erschließen und Freiräume zuzulassen – „eine Kultur des Ermöglichens“ soll in der Stadt einziehen. Die Stadt soll sich bemühen, dass bedarfsgerechte Räumlichkeiten zu günstigen Konditionen bereit gestellt oder vermittelt werden. Leerstehende Flächen sollen für kulturelle Zwischennutzungen bereit gestellt werden.

      • Zielgruppen und Nichtbesucher
      Eine Evaluation / Erforschung des Publikums wird eine dauerhafte Aufgabe. Dazu gehört auch eine (Nicht-)Besucheruntersuchung, um bedürfnisgerechte Angebote zu erarbeiten.
      Die spezifischen Interessen von bestimmten Zielgruppen, z. B. Frauen, Kindern und Jugendlichen, sollen regelmäßig ermittelt werden.

      • Netzwerke und Vernetzung
      Bestehende Netzwerke im Kulturbereich sollen gestärkt und neue Konnektivitäten gefördert werden. Die Einbeziehung von kulturnahen Berufsgruppen (z. B. Architekten) ist sinnvoll.

      • Kultur-Datenbank und Internet-Portal
      Die Menschen, die Kultur schaffen, verbreiten oder vermitteln sollen sichtbarer werden. Angeregt wird die Schaffung einer Datenbank, in der die Zivilgesellschaft, einzelne Künstlerinnen und Künstler, weitere Akteure, auch Vereine und Initiativen dargestellt werden. Auch kommerzielle und privat wirtschaftlich tätige Kulturakteure sollten hier Aufnahme finden, da ihr Wirken ebenso wichtig ist für die Stadt. Ein Internet-Portal mit Veranstaltungshinweisen könnte verknüpft werden. Zu prüfen ist eine Kooperation mit bestehenden Portalen (kulturmd.de oder dates-md.de)
      Ein Teil der Kultur-Datenbank soll über Räume und vorhandene Technik (Leihbedingungen) Auskünfte erteilen.

      • Interkultur
      Migrant*innen, sollen stärker auf verschiedenen Ebenen einbezogen werden: als Besucher*innen, Teilnehmende und Mitwirkende. Die städtischen Kultureinrichtungen und die Akteure der freien Kulturszene prüfen in ihren Angeboten, inwieweit in diesem Bereich eine angemessene Teilhabe ermöglicht werden kann.
      Interkultur sowie internationale Künstler (Kalligraphie, Musik, Literatur) bringen Neues in die Stadt und bieten große Chancen auf neue Sichtweisen.

      4. 2 Verbesserung der sozialen und kulturellen Teilhabe
      • Stärkung des Ehrenamtes
      Die Zusammenarbeit mit Einrichtungen, die die Pflege des freiwilligen Engagements (Freiwilligendienste, Freiwilligenagentur) sollte systematisiert werden. Das Ehrenamt in der Stadt sollte durch die Landeshauptstadt umfassend unterstützt werden (Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Rechtsfragen etc).
      Die Qualifizierung hauptamtlicher Beschäftigter ist die Voraussetzung für gelingende ehrenamtliche Tätigkeit.
      • Bildungslandschaften und Schulsozialarbeit
      Die Zusammenarbeit kultureller Einrichtungen mit Bildungseinrichtungen wird unterstützt. Das Feld der Schulsozialarbeit soll ermutigt werden, stärker mit Kulturanbietern und anderen Bildungsträgern zusammenarbeiten.
      • Nachbarschaftsprojekte in den Stadtteilen
      Die Stadtteile dürfen nicht vernachlässigt werden, wobei einfache niedrigschwellige Projekte mit den vorhandenen Strukturen vor Ort sinnvoll sind. Die städtischen Kultureinrichtungen prüfen, ob und wie sie in den Stadtteilen über Kooperation mit örtlichen Strukturen sichtbar und wirksam werden können.
      • Vereinfachung des Fördermittelmanagements
      Die Freie Szene soll bzw. muss finanziell gestärkt werden, es wird geprüft, ob dies durch eine dynamische Quote am Kulturetat umgesetzt werden kann.
      Die Förderung überjähriger Projekte (z. B. auf das Schuljahr oder die Theatersaison bezogen) soll vereinfacht und entbürokratisiert werden. Für eine Verstetigung von Projekten ist bei größeren Vorhaben die Förderung über drei Jahre notwendig.
      In den Förderrichtlinien sollte enthalten sein, dass Träger von geförderten Veranstaltungen verpflichtet werden, diese entsprechend zu kommunizieren, z. B. in den klassischen Veranstaltungskalender einzutragen. Alle geförderten Veranstalter sollten sich selbst in die noch zu schaffende Datenbank der Akteure eintragen.
      • Neue Kommunikationsstrategien
      Social Media und andere digitale Kommunikationsformen sind effektiv und kostengünstig. Diese Form der Information und Werbung muss den Print-Bereich ergänzen oder erweitern bzw. ablösen. Eine Digitalisierungsstrategie der Verwaltung, die auch die Kulturbereiche umfasst, wird eingefordert. Die bestehenden Veranstaltungskalender und Vereinsdatenbanken auf der Homepage der Stadt gibt müssen modernisiert werden, damit. die Möglichkeit, Veranstaltungen selbst einzutragen, verbessert werden. Die Zusammenarbeit des Kulturbereichs mit MMKT, Tourismus, ticket39.de, magdeboogie usw. soll intensiviert und effektiviert werden werden.
      • Entwicklung zeitgemäßer Vermittlungsansätze
      Sowohl in der Kulturvermittlung als auch in der Kulturvermarktung bestehen noch Potentiale Synergieeffekte der städtischen Einrichtungen untereinander besser nutzen (Vergabeverfahren, Social Media, Partizipation, Programmvorstellungen für Schulen)
      • Kulturelle Bildung als Querschnittsaufgabe aller Kultureinrichtungen
      Die städtischen Kultureinrichtungen betrachten die Vermittlung, das heißt Angebote kultureller Bildung für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen als selbstverständlichen Teil ihrer Arbeit. Dazu gehört, dass sich Fachkräfte im pädagogischen Bereich regelmäßigen fort- und weiterbilden.
      • Ausbildungsplätze für junge Menschen
      Es wird angestrebt, dass in den städtischen Kultureinrichtungen sowie in der Freien Kulturszene in angemessenem Umfang Ausbildungsplätze, Freiwilligendienstplätze und Praktikumsplätze für junge Menschen angeboten werden.
      Mit dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel muss auf diesem Gebiet schon jetzt für Verjüngung der Beschäftigten gesorgt werden.
      Auch die geplante Musikakademie soll neben Studiengängen auch reguläre Berufsausbildung anbieten.
      • Zusammenarbeit mit Medien
      Die gegenseitige Wertschätzung zwischen Kulturakteuren und Medienschaffenden soll kontinuierlich gepflegt werden.
      Es ist zu prüfen, ob und wie des Engagement der Kultureinrichtungen in analogen und digitalen Medien besser dargestellt werden kann. Die Kooperation Print- und Internetpublikationen soll intensiviert werden (Volksstimme, Dates, mdr, MDF 1, Kultur-MD, Magdeboogie), Kooperationen sind anzustreben.

      4.3 Stärkung der Kulturlandschaft
      • Entwicklung von Kooperationen zwischen den Akteuren – Anreize für neue Netzwerke schaffen
      Bestehende und neue Netzwerke (z. B. Kulturschutzbund) sollen von der Stadt wohlwollend begleitet werden. Es wird angeregt, Strukturen zu schaffen, die die Bürger*innen der Stadt zur Partizipation (auch von jungen Menschen) befähigen. Die Vernetzung der Kultur-Fördervereine und Service-Clubs wird begrüßt und unterstützt.
      Der Bedarf an kontinuierlicher Kommunikation der Akteure mit Unterstützung der Stadt wird eingefordert. Regelmäßig Besuche bei Akteuren der Freien Szene oder bei Veranstaltungen werden durch Vertreter*innen der Stadt erwartet.
      • Entwicklung eines gemeinsamen Kulturmarketings – Digitalstrategie
      Mit Hilfe der Digitalisierung kann die kontinuierliche Kommunikation mit dem Publikum einwickelt werden, um kulturelle Angebote zielgerichtet zu unterbreiten. Eine gemeinsame Digitalstrategie mit anderen städtischen Bereichen wird als sinnvoll erachtet.

      • Internationale Festivals und Projekte etablieren
      Die Kulturpolitik strebt an, durch Internationale Festivals und Projekte die Landeshauptstadt bundesweit und international sichtbarer zu machen und zu profilieren. Dazu gehört der Bewerbungsprozess ECOC ebenso wie Festivals „Stadt der Moderne“, „Stadt des Magdeburger Rechts“, Festival der Weltmusik „Telemann-Tage“.

      • Entwicklung von Kooperationen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur
      Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen, den Forschungseinrichtungen, der Wirtschaft und der Kultur wird durch regelmäßigen Austausch, z. B. in Form von Tagungen oder Präsentationen (z. B. Kreativ-Salon) angeregt und intensiviert.

      • Profilierung der städtischen Kultureinrichtungen – Zielvereinbarungen
      Die städtischen Kultureinrichtungen kommunizieren ihre Ziele und schließen ggf. Zielvereinbarungen ab. Dabei ist es wichtig, Bewährtes und Herausragendes zu pflegen sowie Neues zu erproben und Teilhabe zu stärken.
      Die städtischen Einrichtungen benötigen Planungssicherheit, stärkere Vernetzung und flache Hierarchien in der Kulturarbeit.
      Die etablierten städtischen Kultur-Einrichtungen stellen Räumlichkeiten oder Geräte im Rahmen ihrer Möglichkeiten für kulturelle Projekte der freien Szene bereit. Für Non-Profit-Veranstaltungen sollen hier günstige Preise gelten.
      In den städtischen Kultureinrichtungen sind zusätzliche personelle Ressourcen für den Wandlungsprozess der „Digitalisierung“ zu schaffen.
      Eine weitere Profilierung kann durch Entwickeln von „Leuchttürmen“ entstehen, dafür ist die Unterstützung des Landes erforderlich („Kulturhauptstadtvertrag“).

      5 Rahmenbedingungen, Strukturen und Maßnahmen

      5.1 Rahmenbedingungen

      DAUERHAFT:
      • Stadt als Ermöglicherin:
      • Zulassen von kulturell-künstlerischen Experimenten
      • „Kulturgestaltung statt Kulturverwaltung“
      • Unterstützung bei der Nutzung des öffentlichen Raumes
      • Aufbau eines stetigen kulturellen Austausches – Transparenz und Beteiligung der Akteure
      • Stadt als Vorbild (Nachhaltige Beschaffung, faire Verträge, faire Honorarverträge)
      • Mehrjährige Förderbescheide (mit Haushaltsvorbehalt)

      5.2 Strukturen
      KURZFRISTIG
      – Einrichtung eines Kultur-Beirats durch Beschluss des Kulturausschuss

      MITTELFRISTIG:
      • Ständige Anpassung der Strukturen der Kulturverwaltung an Entwicklungen und Bedürfnisse der Kulturlandschaft
      • Schaffung einer Beratungs- und Koordinationsstelle für Akteure der freien Szene
      • Beratungsstelle zur Erschließung von Bundes- und EU-Fördermitteln
      • Kontaktstelle für kulturelle Bildung und multikulturelle Projektarbeit
      • Stärkung und Weiterentwicklung der Stadtteilkulturzentren
      • Pflege der kulturellen Fördervereine und Serviceclubs
      • Kommunikation in der Stadtgesellschaft:
      ◦ Regelmäßige Konsultationen mit Religionsgemeinschaften
      ◦ Regelmäßige Konsultationen mit Bildungsakteuren
      ◦ Regelmäßige Konsultationen mit der Kreativwirtschaft
      ◦ Jährlicher Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft

      5.3 Maßnahmen

      KURZFRISTIG:
      • Artist-in-Residence-Programme mit überregionaler / internationaler Strahlkraft entwickeln
      • „Akademie für Darstellende Kunst und Musik“ als neuen Kultur- und Ausbildungsort entwickeln
      ◦ Konzertsaal – Auditorium
      • Finanzielle Unterstützung von innovativen Kulturprojekten

      MITTELFRISTIG:
      • Internationale Positionierung als Stadt der Musik
      • Internationale Positionierung als Stadt der europäischen Idee des Bürgertums („Magdeburger Recht“)
      • Magdeburg als Stadt der Orgelmusik national und international bekannt machen
      • Digitale Kommunikationsformen unterstützen (Social Media, Stadtteil / KiezApp, spartenbezogene Angebote)
      • Weitere Präsentationsmöglichkeiten für zeitgenössische, regionale Kunst (Erschließung neuer Ausstellungsorte)
      • Bereitstellung von Räumlichkeiten für Kulturanbieter (temporärer Leerstand, Ausstellungsflächen, Aufführungs- und Tagungsmöglichkeiten)
      • Kommunikations- und Marketingstrategie

      DAUERHAFT:
      • Regelmäßige Selbstevaluation der Kultureinrichtungen – Unterstützung durch entsprechende Anreize
      • Jährliche Fortbildungs- und Beratungsangebote (z. B. Diversity Management, Community Organizing)
      • Erarbeitung von lang- bzw. mittelfristigen Konzepten zur Entwicklung der Kunst- und Kultureinrichtungen und –szene – Beschlussvorlagen

      5.4 Finanzen

      DAUERHAFT:
      • Abstimmung und Priorisierung von Projekten im Rahmen der Haushaltsberatungen unter Fortschreibung der Budgets
      • Einrichtung einer Budget-Quote für die Freie Kulturszene (und / oder Entwicklung von Quoten für Sparten)
      • Koordinierung der Fördermittelanträge der städtischen Kulturinstitutionen an öffentliche Fördermittelgeber
      • Entwicklung eines digitalen Ticketingsystems für freie und öffentliche Kulturanbieter

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