Protokoll des Kulturgesprächs vom 17.01.2020

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      Axel Schneider
      Keymaster

      Protokoll
      Offenes Kulturgespräch am 17.01.2020 zur Kulturstrategie 2030
      der Landeshauptstadt Magdeburg

      Diskussion mit Dr. Tobias J. Knoblich (Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.),
      Prof. Dr. Matthias Puhle, Susanne Schweidler und Beate Kramer (Landeshauptstadt Magdeburg),
      Axel Schneider (Freier Mitarbeiter)

      I) Begrüßung und Input
      Frau Kramer begrüßt Mitwirkende und Besucher und dankt für vergangene fruchtbare Gesprächsrunden in diesem Rahmen (u.a. 4.12.19, Gesellschaftshaus) und den Mitarbeitern des Kulturhauptstadtbüros für Ihre Leistung
      Herr Puhle gibt einen Ausblick auf die nächsten Schritte zur Kulturhauptstadt 2025 nach dem Erreichen der zweiten Runde (Abgabe des zweiten Bitbooks am 31. Juli, Besuch der Jury in MD im Dezember 2020);
      er betont die Bedeutung der Kulturstrategie über 2025 hinaus und auch unabhängig vom Erfolg der Kulturhauptstadtbewerbung und weist darauf hin, dass die Inhalte der Kulturcharta weiterhin relevant sind
      Herr Knoblich gratuliert MD zu seiner Entwicklung seit den 90er Jahren und aktuell zum Erreichen der 2. Runde auf dem Weg zur Kulturhauptstadt;
      nach seiner Auffassung besteht die Aufgabe der Kulturarbeit in stärkerer Kontextualisierung der Themen sowie in Bezug auf bestehende Kultur (Museen, Telemann-Festtage etc.) die eigene Resonanzfähigkeit zu prüfen bzw. immer resonanzfähig zu bleiben;
      er konstatiert aktuell eine verstärkte „Verflüssigung“ in den Sparten und (Berufs)Biografien der Akteure, woraus sich Synergien ergeben aber auch die Notwendigkeit sich mit stetigen Kulturentwicklungsprozessen auseinanderzusetzen;
      aber der Diskurs über sich daraus ergebende Fragen ist auch nicht neu (Beginn 1970er):
      Kann man/muss man „klassische“ Kulturpolitik überwinden, da sich Habitus und Gewohnheiten des Bildungsbürgertums nicht mehr reproduzieren? Ist (eine) Kultur für alle möglich? Wie können wir mehr Beteiligungsprozesse wagen? Wie sieht kulturelle Teilhabe in der sich wandelnden Gesellschaft überhaupt aus? Wie kann auf Individualisierungsprozesse in der Gesellschaft reagiert werden ohne auf Traditionen zu verzichten?
      Viele Städte starten Kulturentwicklungspläne, deren Inhalte nicht mehr von den etablierten Institutionen/der Repräsentationskultur im Stadtzentrum, sondern von den Bedürfnissen der Menschen und der Arbeit der Freien Szene, auch in den Stadtbezirken, her gedacht sind und unterschiedliche Kommunikationsbedürfnisse erfüllen;
      z.B. werden Gebäude/Räume neu gedacht (ältere Bsp.: Werk II, naTo in Lpz., Zughafen in Erfurt);
      Impulse aus der Arbeit der Freien Szene sind nicht zu unterschätzen und man sieht in der Praxis v.a. Kooperation ( – nicht Konkurrenz – ) mit den etablierten Kulturbetrieben, die als Dank eine „Frischzellenkur“ erhalten dort wo man bereit ist, sich einzulassen;
      auch zur Kultur- und Kreativwirtschaft sollten mehr Brücken gebaut werden;
      er möchte ein Plädoyer für mehr Beteiligungskultur abgeben und nimmt Bezug auf die Ausführungen von Prof. Dr. Armin Klein in „Der exzellente Kulturbetrieb“ (3. Auflage 2011 bei Springer VS);
      er rät allen Kulturbetrieben, noch mehr in Kommunikation zu treten, ehrenamtliches und finanzielles Engagement in der Kultur zu stärken, was in den Neuen Bundesländern noch schwieriger zu sein scheint;
      Knoblich bemerkt positiv den begrifflichen Wechsel von „Kulturcharta“ 2020 (von oben herab, Planvorgabe) zu „Kulturstrategie“ 2030 (Fokus auf „was soll gemeinsam erreicht werden“);
      er hebt hervor, dass es anspruchsvoll und schwierig für Kulturverwaltung ist, solche Prozesse erfolgreich zu strukturieren und zu steuern, die Menschen mit auf eine Meta-Ebene zu nehmen, weg von Einzelinteressen (und Eigeninteressen) ohne Blick auf die Bedeutung für die gesamte Stadt- u. Landschaftsentwicklung
      Knoblich wünscht MD abschließend, den Weg erfolgreich weiterzugehen und die Visionen zu verfolgen
      aus dem Plenum: Frage nach Beispielen gelungener Kulturförderung abseits der etablierten Institutionen
      Knoblich: führt nochmals die Umwidmung des alten Güterbahnhofs Erfurt „Zughafen“ als Kulturzentrum mit Beteiligungsangeboten an; er betont, dass es kein Rezept gibt, um aus Individualisierungsprozessen auszubrechen, aber der Zughafen funktioniert und daraus ergab sich infolge ein Mandat für die bestehenden Institutionen für weitergehende Kooperationen
      aus dem Plenum: hat das „klassische“ Bildungsbürgertum wirklich keine Zukunft, gibt es nicht auch Gegenbeispiele, die als Leuchttürme gelten können, wo “man“ hingeht und die gegen den Individualisierungstrend sprechen?
      Knoblich: ja, die gibt es und haben natürlich ihre Berechtigung, aber es geht im Einzelfall immer um Profilierung und Hinterfragung des Nutzens, Sakralisierung muss vermieden werden, Institutionen wie Museen etc. „im Wachkoma“ sind nicht von Wert
      aus dem Plenum: was bewahrenswert ist, sollte sich nicht nach Besucherzahlen messen lassen müssen, auch wenig besuchte Ausstellungen/nur einmal im Leben besuchte Dauerausstellungen bspw. haben eine Berechtigung für die Kultur einer Gesellschaft
      Knoblich: ja, aber es bleibt die Frage nach dem Verhältnis von Depot und Ausstellung; Kulturdebatten wie wir sie führen, bleiben doch ein Minderheitenthema, In Bezug auf Museen ist die Breitenwirkung von Ausstellungen vordergründig und nicht jedes Museum hat eine Perspektive in dieser Hinsicht; bei Debatten über Profilierung muss immer abstrahiert werden, die gesamte Kulturlandschaft sollte im Blick behalten werden

      II) 1. Themenblock: Stärkung der Aktuer*innen
      Die Ziffern beziehen sich auf die Vorlage „Handlungsempfehlungen“ (hier im Forum sind diese im Beitrag „Handlungsempfehlungen und Maßnahmen“ zu finden)

      zu 4.1.1.* Beratung und Fortbildung
      aus dem Plenum: was ist damit konkret gemeint?
      Schweidler: das umfasst alles – Räume, Fördermittel etc…. Akteure sollen ertüchtigt werden, sich mit Stadtverwaltung auseinanderzusetzen, Stadtverwaltung muss das ermöglichen und sich an Bedarfe anpassen, Strukturen dafür schaffen
      aus dem Plenum: alle, auch Verwaltung benötigen Fortbildungen, die Formulierung schafft unnötige Fronten
      – die Begrifflichkeiten sind Teil des Problems, nicht mehr aktuell; Unterschiede zwischen freier Kulturszene und Institutionen sollten nicht sprachlich erzeugt werden
      – Service-Stellen als Anlaufpunkt für Menschen mit Ideen für Kulturveranstaltungen sind wichtig, um die Umsetzung in Grauzonen oder illegal zu vermeiden
      – auch Kreativwirtschaft, Unternehmer, Verlage etc. sollten mitgedacht werden
      Knoblich: ja, auch die Stadtverwaltung benötigt Fortbildungen, v.a. auch ehrenamtliche Stadträte, das Thema „Kultur“ kommt häufig zu kurz/ wird nicht wichtig genommen
      Puhle: Verwaltung will auf keinen Fall Einfluss nehmen auf die Kulturszene, es geht um Hilfe z.B. bei Förderanträgen – da fehlt meist Kapazität und Knowhow – es geht darum, Schwellen abzubauen und Gelder abzuholen;
      der Begriff „Fortbildungen“ ist tatsächlich missverständlich, wir sollten von „Kulturkonferenzen“ sprechen

      zu 4.1.2 Räume und Freiräume
      aus dem Plenum: allgemeine Zustimmung zu mehr Räumen aber auch: „wir haben Räume, um deren Potential und Strukturpflege muss sich mehr gekümmert werden“
      – es Bedarf auch weiterer und anderer Fördermittelinstrumente
      – wie erfahre ich etwas über Räume, Wege und Anlaufstellen für Hilfe bei der Umsetzung meiner Kulturideen
      Schweidler: das Kulturbüro muss als Service-Stelle präsenter werden; Kulturverwaltung an sich sollte sich aus der Verwaltung herausheben (dürfen), das muss auch intern akzeptiert werden;
      auch Personalentwicklung/Mitarbeiterentwicklung ist notwendig; Arbeit in Kulturverwaltung sollte als persönliche Mission begriffen werden
      aus dem Plenum: Begriff „Kulturverwaltung“ ist an sich nicht nur wenig charmant, sondern auch problematisch
      – Kultur sollte sich generell von der Verwaltung lösen, z.B. in Form einer externen Agentur, so wie es bereits in einigen Städten der Fall ist
      – Formulierung sich um Räume zu „bemühen“ ist unglücklich; außerdem sollte man sich stärker um kulturelle Zwischennutzung von Flächen kümmern
      Schneider: letzteres ist im Einzelfall komplex und rechtlich kompliziert

      zu 4.1.3 Zielgruppen und Nichtbesucher
      aus dem Plenum: wer soll das machen? diese Zuarbeit wird jetzt schon zu häufig gefordert, es ist nicht zielführend die Akteure nur ausfüllen zu lassen, bei der Umsetzung der Aktivitäten muss mehr unterstützt werden
      – für wen/welchen Bereich der Kultur ist die Evaluation sinnvoll?
      – Evaluation sollte man nicht überbewerten – ist es nicht besser, Mut zum Experimentellen zu zeigen und hinterher zu evaluieren?
      – die genannten Zielgruppen sind seltsam gewählt und Senioren fehlen als große Zielgruppe
      – Datenbanken sind nicht für alle (Kulturvereine) nützlich
      – kann das Amt für Statistik unterstützen?
      Schweidler: der Wunsch nach mehr Evaluation ergab sich aus den Ergebnissen des Kulturgesprächs vom 4.12.2109;
      eine qualitative Resonanz ist wichtig für die Möglichkeit, konkret nachsteuern zu können, wenn Publikum ausbleibt
      Puhle: Evaluation ist wichtig für die Resonanz einer Stadt, wo stehe ich heute, nach 10 Jahren…die Bedürfnisse haben sich stark verändert;
      für die Messung der Akzeptanz der Institutionen einer Stadt in der Gesellschaft und für die Entwicklung des Besucherinteresses ist Evaluation ein gutes Instrument

      zu 4.1.4 Netzwerke und Vernetzung
      aus dem Plenum: der Begriff „Kulturbereich“ muss definiert werden, es gibt keine Verständigung darüber, wer dazu gehört
      Schweidler: der Begriff ist nicht scharf abgrenzbar, sondern fließend
      aus dem Plenum: wir wissen nicht, mit welchem Kulturbegriff wir operieren, aber: Kultur ist das konstituierende Element in der Gesellschaft, Kultur ist nicht Kulturwirtschaft aber eine Verbindung ist wichtig
      – Beispiel München: Vernetzung der Dezernate Kultur/Tourismus, Stadtplanung, Wirtschaft
      Knoblich: das entspricht dem Zeitgeist, in der Schweiz ist das sog. 3-Sektorenmodell üblich, das immer den Blick auf alle Akteure aus Kulturwirtschaft, Marketing, Gemeinnützigen ermöglicht
      aus dem Plenum: der 2. Satz sollte daher gestrichen werden, den Blick „innen und außen“ kann man vermeiden
      – trotzdem wichtig für die Akteure: von welchem Kulturbegriff geht das Kulturbüro aus – vom erweiterten? Wer gehört dazu?
      Schneider: es bleiben viele Fragen offen, es bedarf einer neuen Definition in einfacher Sprache

      zu 4.1.5 Kultur-Datenbank und Internet-Portal
      Schneider: auch hier sind noch viele Fragen offen – wer pflegt die Datenbank, wie ist es mit der Gewährleistung von Benutzerfreundlichkeit und wie steht es um den Datenschutz;
      noch mehr Digitalisierung ist zeitgemäß, ich erwarte eine App, die mir die aktuellen Konzerte zum Thema anzeigt, wenn ich in der Stadtbibliothek ein Buch über Telemann ausleihe – ohne die „chinesische Lösung“ anzustreben
      Schweidler: Professionalität bei Aufbau und Pflege ist wichtig, dafür müssen Kapazitäten vorhanden sein, die Entwicklung muss gründlich erfolgen
      aus dem Plenum: die bessere Sichtbarmachung der Akteure ist wichtig, aber soll so eine Plattform das richtige oder einzige Tool sein?

      zu 4.1.6 Interkultur
      aus dem Plenum: das Handwerk fehlt hier
      – Spezifizierung ist notwendig, wer sind denn die Gruppen und was ist mit Eigeninitiativen, z.B. von ausländischen Studierenden an der Universität, die auch nur temporär als Kulturakteure in Erscheinung treten
      – temporär Aktive müssen mitgedacht werden, ihnen muss die Umsetzung ihrer Ideen erleichtert werden
      – es fehlen genügend zweisprachige Angebote
      – vor allem bei dem Thema: bitte Vorsicht vor Banalitäten und Allgemeinplätzen!
      Schneider: das Angebot wird insgesamt als ausbaufähig angesehen

      2. Themenblock: Stärkung der sozialen und kulturellen Teilhabe
      zu 4.2.1 Stärkung des Ehrenamtes
      aus dem Plenum: ein Generationswechsel vollzieht sich, Wissen muss weitergegeben werden, junge Leute binden sich heute oft nicht langfristig
      – das Förderwesen sollte auch in Bezug auf das Thema ehrenamtliche Unterstützung von Kulturarbeit überdacht werden;
      Stärkung des Ehrenamtes auch dadurch vornehmen, dass das Fördersystem nicht immer komplizierter und abschreckend wird (dort, wo die Stadt Steuerungsmöglichkeiten hat);
      Nutzung der im ehrenamtlichen Bereich der Stadtkultur entstehenden Ideen und Gründung einer Beratungs-/Anlaufstelle bei der Stadt für Vereine, die die mitunter komplizierten Fördermittelbeantragungsprozesse begleitet;
      da das bundesrepublikanische Fördersystem gemeinnützigen Vereinen besondere Wirkungsmöglichkeiten und Steuervergünstigungen gewährt, sollte eine städtische Kulturstrategie so gut es Offerten für die inhaltliche Arbeit der (Förder-)Vereine enthalten und – wo es geht – „Handreichungen“ für recht konkrete verwaltungsbezogene Unterstützung der ehrenamtlich Tätigen

      zu 4.2.2 Bildungslandschaften und Schulsozialarbeit
      aus dem Plenum: es müssen auch Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Schullandschaft ist zu eingeschränkt um auf Kooperationsangebote kultureller Bildung reagieren zu können
      – die Bildungsarbeit sollte sich nicht nur auf die Schulsozialarbeiter als Ansprechpartner konzentrieren

      zu 4.2.3 Nachbarschaftsprojekte in den Stadtteilen
      Schneider: unhinterfragt aber schwierig im Einzelnen, Zuweisung von Stadtteilen an Kulturinstitutionen „per order“ nicht sinnvoll

      zu 4.2.4 Vereinfachung von Fördermittelmanagements
      aus dem Plenum: stärken ja, quotieren nein!
      – ja zur Quote, die Freie Szene hätte auf jeden Fall Vorteile davon

      zu 4.2.5 Neue Kommunikationsstrategien,
      4.2.6 Entwicklung zeitgemäßer Vermittlungsansätze,
      4.2.7 Kulturelle Bildung als Querschnittsaufgabe aller Kultureinrichtungen
      aus dem Plenum: Social Media sind nicht kostengünstig! Arbeitsstellen müssen mit eingerechnet werden
      – MMKT muss sich endlich als Marketing für die Kultur in MD verstehen
      Schneider: Kategorien geraten hier durcheinander, konkrete Maßnahmen sind nicht Teil der Strategie
      aus dem Plenum: was sind denn überhaupt unserer Ziele? Das wird aus dem Diskussionspapier nicht deutlich
      – Ältere dürfen nicht aus dem Blick geraten, zumindest mittelfristig muss zweigleisig gefahren werden (Print, Media)
      – Kategorien werden vermischt: Social Media beschreibt eher „was kann ich tun?“ aber es gibt weitere Vermittlungsansätze, auch Journalismus ist nach wie vor wichtig; und: Vermittlung und Vermarktung sollte nicht in einen Topf
      – für Marketing und Vermittlung sind v.a. (personelle) Ressourcen notwendig
      – was genau sind überhaupt die Vermittlungsansätze?
      Schweidler: es ist nicht die Aufgabe des KB, das vorzugeben, es ist an uns allen, das zu formulieren

      zu 4.2.8 Ausbildungsplätze für junge Menschen
      aus dem Plenum: Studiengänge sind auch eine Berufsausbildung!

      zu 4.2.9 Zusammenarbeit mit Medien
      aus dem Plenum: was ist mit gegenseitiger Wertschätzung gemeint, was läuft gut/schlecht?
      – es fehlt die Reflektion, kritische journalistische Begleitung von Kulturarbeit in den Institutionen o.a., im Wesentlichen werden nur zugespielte fertige Beiträge mit Foto abgedruckt, ohne Kommentare, meist keine Recherche, wenn, dann mit wenig Tiefe; die Fehlerquote ist zu hoch
      – für die Stadt insgesamt muss erreicht werden, dass die Kulturlandschaft durch die Presse begleitet wird, das ist bisher nur mangelhaft der Fall
      – Volksstimme ist nach wie vor relevant, Dates wird für die Monatsplanung genutzt, beide bestehen neben Social Media, letzteres ist ein eher kurzfristiges Tool
      Knoblich: Social Media kompensiert nicht die Lokal- oder Kulturseiten der Zeitungen in Sachen Information, außerdem kommentieren Social Media oft niveaulos
      Schneider: das zeigt auch, es ist wichtig kulturstrategie-md als Plattform weiter auszubauen

      3. Themenblock Stärkung der Kulturlandschaft
      zu 4.3.1 Entwicklung von Kooperationen zwischen Akteuren
      aus dem Plenum: der zweite Absatz („es wird erwartet…“) ist indiskutabel in seiner Sichtweise von Kulturarbeit, eine (An)Teilnahme sollte selbstverständlich sein aus sich heraus, die Vertreter der Kulturverwaltung sind selbst Akteure in der Kultur
      – die Kirchen sollten hier erwähnt werden

      zu 4.3.2 Entwicklung eines gemeinsamen Kulturmarketings (Digitalstrategie)
      aus dem Plenum: begriffliche Schärfe wäre wichtig, Marketing ist nicht gleich Kommunikation
      Schneider: die Notwenigkeit ist klar, aber inwieweit lässt sich das in Form der schon angeklungenen Plattformen umsetzen?
      Schweidler: wir brauchen ein gemeinsames Kulturmarketing, die MMKT wurde in dem Zusammenhang schon genannt
      – sollte der Kulturbereich hier vorangehen, oder auf die anderen Dezernate warten, bis es diese gemeinsame Kulturstrategie gibt?
      – ja, selbstständig „loslaufen“, bewusst ausbrechen, vielleicht Avantgarde sein, das macht die Kultur doch aus

      zu 4.3.2 Internationale Festivals und Projekte etablieren
      aus dem Plenum: die Kultur ist bereits Event-lastig, was allerdings vernachlässigt wird in MD, ist die Bildende Kunst auf internationalem Niveau; es gibt auch keinen Ort für internationale Ausstellungen außerhalb der Museen
      – vergangene Ausstellungen des Kulturhistorischen Museums sollten unter dieser Thematik nicht als Festivals genannt werden
      – inwieweit ist MD Teil einer Kulturlandschaft?
      Schweidler: die Internationalisierung der Kultur ist ein wesentlicher Punkt der Kulturstrategie (Artist in Residence etc.); auch der Sport könnte hier eine Rolle spielen

      zu 4.3.4 Entwicklung von Kooperationen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur
      aus dem Plenum: noch ausbaufähig über die traditionelle und gute Zusammenarbeit der Universität und des OB hinaus, mehr überregionale Ausstrahlung wäre wünschenswert

      zu 4.3.5 Profilierung der städtischen Kultureinrichtungen (Zielvereinbarungen)
      aus dem Plenum: was ist eine Zielvereinbarung in diesem Zusammenhang – ein Entwicklungsplan? Hier liegt wieder begriffliche Unschärfe vor; das Diskussionspapier hätte noch einmal redaktionell überarbeitet werden sollen; Bitte, das nächste Mal den Text vor dem Offenen Gespräch per Email zu bekommen, um ggf. bilateral schon Korrekturen vornehmen zu können
      – v.a. der letzte Punkt, die Unterstützung des Landes sollte noch häufiger eingefordert werden, z.B. im Bereich Grünflächen und Parks

      Schneider: Dank an das Podium und die Besucher
      Knoblich: Dank für die Einladung und an alle Mitwirkenden für eine sehr „brave“ Diskussion mit wenig Kritik an den Rahmenbedingungen der Veranstaltung;
      die fehlende/nicht ersichtliche Beteiligungsmöglichkeit von kulturstrategie-md.de auf der Homepage hätte moniert werden können;
      die heutigen wichtigen Fragen zur Kulturentwicklung stellt man sich bundesweit
      Puhle: von Seiten der Kulturverwaltung wird keine „Zielvereinbarung“ initiiert werden, der Begriff sollte nicht mehr verwendet werden, es geht um „Stadtentwicklung“;
      hierfür werden demnächst die Themen in „Blöcken“ wie Musik, Bildende Kunst etc. einzeln betrachtet und eine Strategie formuliert, mit einer Aussage darüber, wie sich die Themenblöcke zukünftig entwickeln sollen;
      in 4-6 Wochen wird es ein weiteres Offenes Kulturgespräch geben;
      der Meinungsprozess muss Ende März abgeschlossen sein, damit die Strategie für das 2. Bitbook am 4. Juni vom Stadtrat beschlossen werden kann, es ist eine Absichtserklärung für die nächsten 10 Jahre ohne finanzielle Verpflichtung;
      die Kulturstrategie wird dann ebenso wie die Kulturcharta gedruckt – etwas aufwendiger – und offen zugänglich sein
      Kramer: Dank an alle Mitwirkenden für Teilnahme und Anregungen;
      Hinweis, die Seite http://www.kulturstrategie-md.de weiterhin zu nutzen

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